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Schnell und intensiv

  • Autorenbild: Michael Anker
    Michael Anker
  • 26. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 5 Tagen

Das Jahr 2025


„Aschenbach in Venedig“ - Selbstportrait 2025
„Aschenbach in Venedig“ - Selbstportrait 2025

Das Jahr war schnell und intensiv: Vorbereitungen mehrere Ausstellungsbeteiligungen, verschiedene Reisen und natürlich das Wichtigste, das Fotografieren.


Improvisierte Ausstellung im seit langem geschlossenen Kurtheater von Bad Freienwalde. Gruppenausstellung der Grenzland-Fotografen gemeinsam mit zwei Bildhauern.


Obwohl ich mir kaum noch Gedanken über kunsttheoretische Fragen mache, interessiert mich die eine: Wie sieht zeitgenössische Fotografie aus? Nicht unter dem hierzulande verengten Fokus, der sich oft auf sichere und bekannte Positionen zurückzieht. In der globalen Sintflut unendlich vieler fotografischer Sprachen und Ansätze scheint es zunehmend schwerer zu fallen Orientierung zu finden.

Sind zweihundert Jahre nach ihrer Erfindung überhaupt noch neue Ansätze in der Fotografie zu erwarten?

Um der Antwort näher zu kommen und um mich neu zu fokussieren, unternahm ich im Sommer einen längeren Roadtrip. Der sollte mich über Berlin, München und Genf bis nach Arles, dem wohl größten Fotofestival in Europa, führen. Mein 3500 Kilometer-Marathon startete bei Michael Ackerman im Berliner „Verwalterhaus“. Seine Erstausgabe von „End Time City“ war einst der Anlass, selbst nach Varanasi zu reisen. Die Ausstellung war eine gelungene Symbiose zwischen dem Interior des ehemaligen Friedhofgebäudes und Ackermans Arbeiten.


Michael Ackerman im Berliner „Verwalterhaus“


Weiter ging es nach München zu „On View“, „Civilization“ und „Bruce Gilden“. Brutal sind Gildens übergroße Porträts – aber eindrucksvoll. Die Ausstellung „Civilization – wie wir heute leben“ zeigte eine Auswahl bekannter Positionen der Kategorie „Contemporary“ und stand leider unter einem deutlich missionarischen Anspruch.


Endlich angekommen in Arles, wartet die Eröffnungswoche mit über 40 Ausstellungen im offiziellen Teil und mehr als einhundert Off-Galerien im separaten Programm auf. Diese Sichtung war anstrengend. Der Erkenntnisgewinn lohnte die Mühe. Begeistert hatten mich unter anderem Todd Hido, Kikuji Kawada oder der "Australische Salon". Perfekt Diana Markosians Inszenierung „Father“: handwerklich auf höchstem Niveau, trotzdem sehr emotional. Auch kleinere Präsentationen im Off-Programm waren oft sehenswert.


Impressionen aus Arles "The Rencontres de la Photographie", 2025


All das kann natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass die „The Rencontres de la Photographie 2025“ ein Marktplatz war und kein Labor. In diesem Zusammenhang wurde auch deutlich, welche Themen der Kunstbetrieb in Arles aussparte. Immerhin gibt es charmante Ausstellungsorte: Sakralbauten, kleine Läden oder Lagerhäuser.

Auf dem Rückweg über Dijon und Frankfurt/M habe ich im Städel-Museum die Retrospektive von Annegret Soltau angeschaut. Eine Künstlerin, die ein Leben lang für ihre freie Kunstäußerung und einen eigenen Weg kämpft.


Die Gruppenausstellung „Static Cinema“ von Art-Icon in Venedig


Wenige Wochen später führte mich eine Reise nach Venedig. „Art-Icon“ hatte eine Arbeit von mir in die Gruppenausstellung „Static Cinema“ aufgenommen, die während der Filmfestspiele gezeigt wurde. Auf einer weiteren Ausstellung von Art-Icon „Sex and Politics“ in Paris, wurde „Aschenbach in Venedig“ von mir gezeigt. Die Hommage an Thomas Manns „Der Tod in Venedig“ hatte ich zuvor in Venedig fotografiert. Diese Ausstellung lief im November während der „Paris Photo“. Die kuratierten Gruppenausstellungen von Art-Icon sind eine gelungene Melange von hochkarätigen Künstlern und Aufstrebenden. Eine Alternative zu kommerzialisierten Messen.

Im Oktober bildete eine Reise nach Japan den Abschluss eines intensiven Jahres. Dazu mehr im nächsten Blog-Beitrag.


Arbeiten von mir waren 2025 zu sehen: in Potsdam, Produzenten Galerie des BBK, „Land an sich II“; in Wilhelmsaue „Kunst-Loose Tage“; in Bad Freienwalde „Offene Bühne“, in Venedig bei Art-Icon „Static Cinema“, in Paris bei Art-Icon „Sex and Politics“; in Budapest, Athen, Samui und Ostuni bei der Präsentation der „Winners TIFA 24; sowie in Nantes Europa „Kafka“.


© 2025 Michael Anker

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